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Saturday, 20 July 2019 17:34

Kamerafalle: Beleuchtungstipps

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Kamerafallenstandort im Bayerischen Wald Kamerafallenstandort im Bayerischen Wald

Meine Kamerafallen betreibe ich immer mit Blitzlicht, da ich ja nie weiß, wann das Motiv die Kamera auslöst und die Belichtung dennoch stimmen soll. Ein paar Tipps und Herangehensweisen zur Blitzpositionierung, Stärke und Einrichtung einer Kamerafalle.

Beleuchtung eines Naturfotos mit Blitzen

Die eigentliche Kunst bei der Kamerafallenfotografie ist die Belichtung. Das Positionieren von Blitzen muss gelernt sein, da lohnt es sich, herumzuprobieren. Als Startpunkt sollte man sich mit der Technik der Strobisten beschäftigen. Der Blog https://strobist.blogspot.com/ eignet sich hervorragend dafür. Fill- und Keylight sind die Basics, die man drauf haben sollte, ein schönes Rimlight von hinten kann oft mehr Tiefe bringen, ist aber auch gefährlich, wenn es Flares in der Linse gibt, die man nur schwer kontrollieren kann.

Ich starte so: ein Blitz 10-20° neben der Kamera, ca. 2m Höhe, ein weiterer von der anderen Seite, gerne bei 60-90°, auch 2m hoch. Licht kommt in der Natur immer von oben, und wenn es natürlich wirjken soll, macht es nur Sinn, auch die Blitze oben zu positionieren. Natürlich muss man immer ein wenig spielen - nicht immer gibt es Bäume oder Felsen zu Befestigung. Auf diesem Bild lässt sich gut erkennen, wie das Setup aufgebaut ist.

Softboxen und andere sperrige Lichtformer habe ich für die Naturfotografie schnell wieder aufgegeben: Tiere mit Fell haben das nicht nötig, da das Fell selbst das Licht sehr streut und damit die Aufnahmen selten zu hart werden. Die große weiße Fläche einer Softbox ist nicht nur auffällig und irritierend für viele Tiere sondern bietet auch Wind und Wetter eine hervorragende Angriffsfläche.

Belichtungszeit, ISO und Blende in der Kamerafallenfotografie

Wenn man nun vom Idealfall ausgeht, löst das Motiv die Kamera genau zu der Uhrzeit aus, an der der Hintergrund erkennbar ist, aber nicht stört und auch nicht von Sonnenflecken ausreißt. 

 

Beispiel eines Kamerafallenbildes
Dieser Luchs ist korrekt belichtet, der Hintergrund ist dunkler, aber gut erkennbar. Zwei Blitze: links und rechts, ca 45° von der Kamera auf 2m Höhe

 

Die magischen drei Parameter der Fotografie sind auch in der Fotografie mit Fotofallen entscheidend für ein passend belichtetes Foto. Während ISO und Blende sich auch beim Blitzen auf die Helligkeit auswirken, tut das die Belichtunggszeit (im Rahmen der Blitzsynchronzeit, meist bis 1/250s) nicht. Damit kann man nun spielen. Man muss sich dabei immer bewusst machen: mit jedem Bild, auf dem Blitz und Umgebungslicht aufeinander treffen, macht man eigentlich zwei Belichtungen: Zunächst die Belichtung mit Blitz, für den Bruchteil einer Sekunde (irgendwo bei 1/10000s oder so liegt die Abbrenndauer eines gedrosselten SB28) und danach folgt die Belichtung mit Umgebungslicht. Ist das Tier also in Bewegung und trifft viel Umgebungslicht auf den Hintergrund, weil es sich zum Beispiel auf eine weit entfernte Lichtung handelt, darf die Belichtungszeit nicht zu lang werden, um nicht Bewegungsunschärfe zu bekommen. Wenn die Zeit aber zu kurz ist, ist im Zweifel von der Lichtung nichts mehr zu sehen. Es ist also eine Gratwanderung.

Um alles unter Kontrolle zu halten, arbeite ich nur im voll manuellen M-Modus bei der Belichtung.

Ich gehe in folgenden Schritten vor:

  1. Ordentliche Belichtung ohne Blitz ausführen
  2. Diese Belichtung soweit verdunkeln, bis es schön dramatisch wird
  3. Den Vordergrund in der Intensität anblitzen, in der er wieder richtig belichtet wird
  4. Hintergrund unter Umständen anblitzen, um auch bei völliger Dunkelheit Struktur zu bekommen

Grundsätzlich reduziere ich die Blitze in der Leistung auf 1/4-1/16, um schnellere Blitzfolgeleistungen zu haben. Lieber ISO hoch und Blende auf, als leere Blitzakkus. 

 

Read 215 times Last modified on Sunday, 21 July 2019 15:01

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